Mallorca 2020 – 8 Tage Auszeit während der CORONA Pandemie

MALLORCA 2020

8 Tage Auszeit während der CORONA Pandemie


Für viele von uns ist das Jahr 2020 wohl eines der schwierigsten Jahre die wir zu bewältigen haben und uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Doch davon möchte ich hier nicht berichten, sondern euch zeigen, dass unser Urlaub auf der Baleareninsel Mallorca trotz der herrschenden Corona-Pandemie eine unvergesslich schöne Zeit gewesen ist.

Klar haben auch wir uns vorher viele Gedanken gemacht, ob wir diese Reise antreten oder uns lieber in den heimischen Gefilden aufhalten sollen. Die Antwort war aber eindeutig: Ja wir fliegen!

Um das Fazit der Reise schon mal vorweg zu nehmen, können wir sagen, dass die Reise entgegen der zu dieser Zeit geltenden Hygiene – und Sicherheitsregeln auf Mallorca (Stand Juli 2020 – nach dem ersten Lockdown), wir uns jederzeit wohl und sicher gefühlt haben. Trotz Abstand und Maske fühlten wir uns keineswegs in irgendeiner Form eingeschränkt. Ganz im Gegenteil. Die Insel fühlte sich leer an und das, obwohl eigentlich noch Sommerferien in vielen europäischen Bundesländern war. Auch wenn einige Restaurants oder Sehenswürdigkeiten noch geschlossen waren bzw. teils nur mit eingeschränkten Öffnungszeiten aufwarteten, war es für uns doch ein Traumurlaub bei täglich über 30°C und dem Gefühl den Menschen und der Wirtschaft dort vielleicht ein wenig unter die Arme gegriffen zu haben. 

Anreise

Wir buchen unsere Reisen zu 90 % individuell da wir so die volle Flexibilität in Bezug auf Flugbuchungen oder Hoteländerungen haben. Deshalb ging es für uns im Juli um 09:55 mit Ryanair / Laudamotion von München nach Palma. 

Bereits am Flughafen merkten wir deutlich, dass das Flugaufkommen seeeehr gering ist und man kaum bzw. wenig Passagiere in den Terminals herumlaufen sah. Kein Trubel, kein Stress! Es hatte irgendwie was sehr Angenehmes, da wir so ohne Wartezeiten zum Check-in und in den Sicherheitsbereich konnten. Auch am Abfluggate war nur eine Handvoll Passagiere zu sehen, was wiederum zu einem schnellen Boarding führte und dies innerhalb weniger Minuten beendet werden konnte.

Angekommen am Flughafen Palma de Mallorca mussten wir nach kurzer Wartezeit nur noch unseren QR-Code vorzeigen (welchen man vorab über ein Onlineformular nach der Beantwortung einiger Gesundheitsfragen und Zielaufenthaltsfragen zugeschickt bekommt) und die Körpertemperatur mittels automatischen Gesichtsscanner messen lassen.

Hotel

Da wir schon viele Urlaube auf der Insel verbrachten, haben wir uns diesesmal für den Nord Osten entschieden und uns in Cala Ratjada ein nettes **** Adults Only Hotel gebucht. Das Hotel hieß “R2 Bahia Cala Ratjada” und lag sehr zentral im Ortskern und nur 10min Fußweg vom Strand und der Promenade entfernt. 

Wir hatten eine Junior Suite wo sich die Dusche und das Waschbecken direkt im Schlafzimmer befand (Toilette extra) und einen kleinen Balkon mit Blick auf den Pool. Das Hotel war zu ca. 30 % ausgebucht und somit konnten wir alle Annehmlichkeiten (inkl. Pool) mehr oder weniger nur für uns alleine Genießen.

Umgebung

Unser “must have” auf jeder Reise ist ein Mietwagen, denn somit sind wir immer unabhängig von allen organisierten Ausflügen und den öffentlichen Verkehrsmitteln. 

Ich werde euch in diesem Bericht unseren Tagesablauf nicht jeden Tag einzeln aufzählen wie ihr es von meinen anderen Beiträgen gewohnt seid, sondern euch unsere Ausflüge bzw. Aktivitäten einzeln zeigen und die Bilder für sich sprechen lassen. Wir haben uns in den 8 Tagen hauptsächlich im Nord Osten aufgehalten und in der Zeit bei weitem nicht alles sehen können, was auf unserer Liste stand. Daher müssen wir wohl nochmal hin 🙂 

Cala Agulla

Die Cala Agulla war unser erster Strand den wir besuchten, da er keine 5 Autominuten vom Hotel entfernt lag. Auch zu Fuß ist der Strand sehr einfach in 15min zu erreichen. Der Weg führt durch einen Pinienwald und bietet somit genug Schatten auf dem Weg dorthin. Trotz 15 Uhr am Nachmittag war der Strand nicht überfüllt und die zu der Zeit geforderten Mindestabstände von 1,5m konnten ohne Probleme eingehalten werden.

Würde man nicht wissen, dass man auf Mallorca ist, könnte man den Strand auch auf einer Karibikinsel wiederfinden, denn das Meer begrüßt einem von weitem schon mit klarem türkisfarbenem Wasser.

Cala Gat

Diese kleine, zwischen Klippen gelegene Badebucht welche unweit von Cala Ratjada entfernt liegt, ist zu einem unserer Lieblingsbadebuchten auf der Insel geworden. Die Cala Gat ist eine kleine Bucht und ladet förmlich zum Schnorcheln ein. Es wurde zu unserem täglichen Ritual bereits morgens dort ins erfrischende Wasser zu springen und mit unseren Schnorchelmasken auf Tauchgang zu gehen. Klar darf man hier keine Fische wie in der Karibik oder am Roten Meer erwarten, doch trotzdem waren wir von der Vielfalt der Unterwasserwelt fasziniert und hatten einen riesen Spaß.


TIPP
: Besucht den Strand bereits am frühen Vormittag, da dieser schnell wegen Überfüllung geschlossen sein kann aufgrund der kleinen Liegefläche.

Faro de Capdepera (Leuchtturm)

Der Leuchturm ist einer von fünf noch in Betrieb befindlichen Leuchttürmen (von insgesamt 15) auf Mallorca und liegt ebenfalls im Nordosten. Der Turm steht auf einer sich etwa 55 Meter über dem Meeresspiegel erhebenden Anhöhe und hat eine Höhe von 21 Metern. Sein Leuchtfeuer befindet sich in 76 Metern Höhe und hat eine Tragweiter von 20 Seemeilen. Bei guter Sicht kann man sogar die Nachbarinsel Menorca erkennen. Von Cala Ratjada lässt sich der Leuchtturm per Auto, zu Fuß oder auch mit dem Fahrrad erreichen. Wobei es schon ein bisschen an Kondition erfordert da es doch etwas bergauf geht und die Straßen sehr kurvig bis dorthin sind. Ich empfehle hier ein E-Bike zu mieten und früh morgens die Tour zu starten, wenn die Sonne den Asphalt noch nicht in eine Bratpfanne verwandelt hat.

Oben angekommen bekommt man einen wunderschönen Ausblick auf Cala Ratjada und dem Hinterland.

Ermita de Betlem (ehem. Klosteranalge)

Wenn ihr mit dem Auto unterwegs seit, dann solltet ihr unbedingt das von Cala Ratjada 21km entfernte Kloster “Ermita de Betlem” besuchen. Leider sind die Mönche dort bereits 2010 in die Einsiedelei in der Nähe von Valldemossa umgezogen, doch trotzdem ist es einen Besuch allemal wert. Gegründet wurde die Einsiedelei vor über 200 Jahren (1805) wo dessen Bau sich sehr mühsam gestaltete. Die Baumaterialien mussten zur damaligen Zeit per Schiff von der Westküste in die Bucht von Alcudia gebraucht werden und von dort mit Eseln den steinigen und eher unwegsamen Weg hinauf zum Standort.

Bereits während der Anfahrt über die sich schlängelnde Serpentinenstraße zum Kloster erlebt man immer wieder traumhafte Ausblicke auf die mallorquinische Landschaft und kann eine herrliche Ruhe dabei genießen. (Vorsicht: Es sind viele Fahrradfahrer und auch mal die ein oder andere Ziege auf der Straße unterwegs)


TIPP
: Falls ihr länger in der Gegend um das Kloster verweilt oder dort etwas Wandern wollt, dann nehmt genug zu Trinken mit, denn uns ist in der Umgebung kein Kiosk oder Restaurant etc. untergekommen.

Restaurant "Sa Trobada"

Nach so viele Landschaftsfotos und Stränden wird es auch mal Zeit fürs Essen. Und hier starte ich gleich mal mit unserem Lieblingsrestaurant dem “Sa Trobada” mehr oder weniger im Zentrum von Cala Ratjada gelegen. Ich muss zugeben, dass wir dort während unserer 8 Tage auf Mallorca bestimmt 4x eingekehrt sind. Das Essen ist einfach typisch mallorquinisch und das merkten wir bereits an den vielen Einheimischen, die sich dort trafen. Bereits früh morgens konnten wir immer die örtliche Polizei dort sehen ,welche ihren Morgenkaffe genießte oder auch am Abend wo wir öfter die Mitarbeiter und Reinigungskräfte unseres Hotels antrafen.

Ein kleiner Familienbetrieb wo die Mutter die leckeren Speisen in der Küche zubereitet während der Ehemann und sein Sohn die Gäste herzlichst in Empfang nehmen. 

Kleine Preise – volle Teller – geschmacklich Top! Was will man mehr…

Restaurant "Los Olivos"

Ein weiteres sehr leckeres Lokal findet ihr im Zentrum von Cala Ratjada mit gemütlicher Terrasse, tollem Ambiente und vielen sattmachenden Speisen jeglicher Art. Klar, es gibt sicher gefühlt 100 tolle Restaurants im Ort, doch alles auf einmal geht halt leider nicht 😉 

Das Los Olivos liegt direkt an der Straße der Avinguda Cala Agulla wo eine vielzahl an verschiedenen Restaurants und Tapasbar zu finden sind. Doch wir haben uns bewusst für dieses entschieden, da es dort angeblich die beste Lammschulter weit und breit gibt. 

Der Tipp war ein Volltreffer! Es gab Lammschulter und Spanferkel 😉 

Erdbeerkuchen im König Garten

Ohne Nachtisch geht gar nichts, sage ich immer! 🙂 Deshalb mussten wir auf Grund der vielen meist positiven Empfehlungen den wohl berühmtesten Erdbeerkuchen der Insel probieren. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und das ist auch gut so, doch hier kann man nichts falsch machen. Der König Garten ist bekannt für seine Kuchen und noch mehr für seine Erdbeerkuchen mich Sahne. Man erkennt es bereits an der Vitrine am Eingang, wo einem unzählige Stücke schon entgegenlachen. Zu finden ist der König Garten ebenfalls in der Cala Agulla in Cala Ratjada und ist direkt gegenüber vom Restaurant “Los Olivos” zu finden.

Einfach, Frisch, Fein, Lecker… uns hat er geschmeckt und wir holen uns definitiv bald wieder Nachschlag!

Wochenmarkt in Artá (Dienstags)

Ein Besuch auf einem der vielen Wochenmärkte auf Mallorca gehört einfach zu jedem Inselaufenthalt dazu. Auf der ganzen Insel verteilt kann man fast täglich einen der traditionsreichen Wochenmärkte besuchen und deren Charme genießen. Am besten besucht ihr diese bereits in den Morgenstunden, den so könnte ihr noch vor den Touristenströmen den Flair ohne Gedränge bei angenehmen Temperaturen genießen.

Uns hat es natürlich nach Artá gezogen, da das beschauliche Städtchen nur unweit unseres Hotels entfernt lag und dieser Markt auch zu einer der größten und bekanntesten der Insel gehört. Der Wochenmarkt in Artá findet immer dienstags zw. 09:00 – 1400 Uhr statt.

Es herrscht buntes Treiben und das Angebot reicht von Obst, Gemüse, Backwaren, Kleidung, Tee, Spielzeug, Stoffen, Kunst, Tieren und viel Handwerk. Die uralte Kunst des Korbflechtens auf Mallorca hatte in Artá mit ihren Ursprung. Das Flechten von Palmblättern, das die Mallorquiner „Llata“ nennen, ist eine alte Tradition, die leider nur noch wenige Mallorquiner beherrschen.

Man kann auf dem Markt sicher mehrere Stunden verbringen und durchschlendern, doch auf dem Rückweg solltet ihr unbedingt noch Zeit für eine kleine Pause einplanen und am Rande des bunten Treibens eines der vielen netten Cafés zum Entspannen aufsuchen und von einer der vielen Außenbestuhlungen noch das Markttreiben etwas beobachten.


TIPP
: Wer noch Energie hat, der kann am Ende der Marktstraße noch die Wallfahrtskirchen Sant Salvador besuchen und die Treppen bis nach oben steigen. Ein traumhafter Blick über Artá bis ans Meer lässt sich dort bestaunen.

Església Nova - eine unvollendete Schönhheit

Nur 15km von Cala Ratjada entfern in dem Örtchen Son Servera, könnt ihr eine wahre Schönheit bestaunen. Die Església Nova (Iglesa Nova).
Bereits 1905 begann ihre Geschichte. Für ihren Bau wurde Architekt Joan Rubió i Bellver, ein Schüler Antoni Gaudís, verpflichtet. Doch aufgrund von Finanzierungsproblemen wurde die Kirche nie fertiggestellt und somit das Dach auch nicht mehr gebaut.
Heutzutage dient die Location als Freilichtbühne und wird für öffentliche Open-Air-Veranstaltungen, private Feiern oder Hochzeiten genutzt.


TIPP
: Kostenloser Eintrtt immer Montag bis Freitag von 09.00 – 14:30 (Spendenkasten am Eingang)

Promenade Cala Ratjada

Malerisch zwischen der Cala Son Moll (Stadtstrand) über den Hafen von Cala Ratjada bis zur Cala Gat, erstreckt sich die Promenade von Cala Ratjada in voller Pracht. Die Promenade dieses einstigen Fischerdorfes ist ein Ort zum Flanieren, ja ein Ort zum Wohlfühlen sogar.

Am besten startet ihr an der Cala Son Moll oder noch besser ihr springt erstmal ins kühle Wasser bevor ihr am Meer entlang Richtung Hafen spaziert. Unterwegs kommt ihr an vielen Restaurants, Eisdielen und Bars vorbei, welche mit leckeren Speisen und Tapas auf euch warten. Wir haben uns nur für eine Kugel Eis to go entschieden und beschlossen eines der vielen Restaurants dann am Abend zu besuchen. 
Am Hafen angekommen erkennt man sofort die vielen im Wasser schaukelnden Fischerboote, Yachten und auch ein paar Ausflugsanbieter wo man mitunter auch selber ein Motorboot auszuleihen kann um etwas an der Küste entlang zu schippern. (auch ohne Bootsführerschein möglich)

Wenn ihr noch Energie habt, dann könnt ihr noch auf der Mauer des Hafens bis zum grünen Leuchtturm spazieren (eine kleine Treppe führt am Anfang nach oben und em Ende wieder runter) und von dort einen wunderbaren Blick auf das rege treiben am Hafen und den Booten genießen.

Doch es geht noch weiter. Die letzten Energiereserven kann man noch für einen 15min Spaziergang weiter bis zur Cala Gat opfern. Vom Hafen aus geht eine wunderbare neu renovierte Promenade weiter bis zur Cala Gat mit Blick von oben auf das türkisfarbene Wasser, oder wer will, kann auch noch über ein paar Treppen runter zum Strand um zum Abschluss nochmal ins kühle Wasser zu springen. (Tolle Fotomotive inklusive) 🙂 

Abreise

Auch die schönste Zeit des Jahres geht irgendwann mal vorüber und das bedeutete für uns den Wecker auf 05:00 Uhr zu stellen. 🙁 Abflug war 09:55 mit der spanischen Fluggesellschaft Vueling zurück nach München. 
Die letzten morgentlichen Sonnenstrahlen konnten wir noch auf der einstündigen Fahrt zum Flughafen genießen und beendeten unsere 8 Tage mit wundervollen Erinnerungen an den Nord Osten der Insel.

Viva la vida y hasta pronto!

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Monika Nübel

    Wunderschöne Bilder, lieber Georg. Danke fürs Mitnehmen.

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